Ganzheitliche (Familien-)Aufstellungen

Nahezu alles, was zueinander in Beziehung steht, lässt sich auch räumlich aufstellen und dadurch, anders als beim Drüber Reden oder Nachdenken, ganz unmittelbar begreifen.

An dieser Stelle bemühe ich immer wieder gerne das Beispiel eines Mobiles:

Das Mobile ist nur in Balance, wenn jedes einzelne Teil an seinem richtigen Platz ist. Haben sich die Fäden jedoch untereinander verheddert oder ist gar ein Teil verloren gegangen, so ist das gesamte Konstrukt in Schieflage und obendrein nicht schön anzusehen.
Versucht man jetzt mit geschlossenen Augen diese Verstrickungen zu entknoten, dann ist das ein schwieriges und wahrscheinlich langwieriges Unterfangen.
Um wie viel einfacher und übersichtlicher ist es doch, wenn man die einzelnen Teile im Raum ausbreitet.
Verwirrungen und Knoten sind gut zu erkennen. Man kann sie gezielt lösen um die Funktion des Systems Mobile wieder herzustellen.

Ähnlich ist die Prozessarbeit während einer Aufstellung zu verstehen.

Ursprünglich hat man nur Familiensysteme (Herkunfts- und Gegenwartsfamilien) aufgestellt. Dabei wählt der Klient für jedes Familienmitglied einen unbeteiligten Stellvertreter aus den Reihen der Seminarteilnehmer und stellt ihn so im Raum hin, wie es seinem inneren Bild entspricht.
Der Aufstellungsleiter erarbeitet dann mittels Befragung, räumlichen Veränderungen und der Vorgabe von Sätzen und Interaktionen unter den Stellvertretern eine mögliche Lösung. Der Klient selbst sieht zunächst nur zu.
Erst gegen Ende des Arbeitsprozesses nimmt er seinen eigenen Platz in der Aufstellung ein um eine mögliche Lösung direkt zu erleben.

Für Klienten ist es immer wieder faszinierend, wie exakt die völlig unbeteiligten Stellvertreter Gefühle und Symptome der echten Familienmitglieder wahrnehmen können.

Dies und auch die Tatsache, dass die Arbeit im Aufstellungsseminar durchaus direkte Wirkung auf die nicht anwesenden Familienmitglieder hat, ist ein Phänomen und noch nicht ausreichend wissenschaftlich erklärt.

Mittlerweile ist es gängige Praxis, nicht nur Probleme in Organisationen wie Firmen, Vereinen, Schulen usw. aufzustellen sondern auch alle anderen denkbaren Strukturen wie Körperorgane, Krankheiten, Symptome, Überzeugungen, anstehende Entscheidungen und sogar Begrifflichkeiten wie etwa Angst, Hoffnung, Spiritualität oder Zukunft.

Auch bei der Suche nach dem individuell günstigsten Weg für die Entwicklung der Spiritualität eines Menschen können Aufstellungen hilfreich sein.

In meiner Beratungspraxis nutze ich ganzheitliche Aufstellungen sowohl in der herkömmlichen Form innerhalb einer Seminargruppe als auch in gezielter Einzelarbeit.

Ein problematisches Thema aufzustellen, hat in der Regel eine sehr tief greifende, heilende Wirkung auf die Psyche.
Es kann vorkommen, dass der ausgelöste Heilungsprozess anfangs als zu heftig empfunden wird. Selbstverständlich besteht dann die Möglichkeit einer gezielten Nachbetreuung.

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